Dienstag, 17. Juli 2007

Ich hab dafür gestimmt

Auf der Homepage der Tagesschau läuft aktuell folgende Umfrage:

Sollte die christlichen Schöpfungslehre in den Biologieunterricht aufgenommen werden, wie es Hessens Kultusministerin Karin Wolff und Bischof Walter Mixa fordern?

Ich habe mit Ja gestimmt. Denn ich glaube an den Schöpfergott. Und ich bin oft irritiert, mit welchem fast schon religiösen Anspruch die Evolutionstheorie (ich bestehe auf "Theorie"!) als gesicherte Tatsache und absolute Wahrheit dargestellt wird. Ein Gegengewicht wäre da doch ganz sinnvoll.

Es gibt dazu auch ein gutes Buch:

Junker, Reinhard; Scherer, Siegfried: Evolution: ein kritisches Lehrbuch, Gießen: Weyel-Verlag (6. Aufl., 2006), 978-3921046104

Kommentare:

Christoph hat gesagt…

öhm,... wenn ich das richtig in Erinnerung habe ist die biblische schöpfungslehre doch schon im Religionsunterricht vertreten,.... übrigens fürderhin auch eine Theorie, und dazu schon recht veraltet,.. warum also doppelt?

christoph hat gesagt…

Nachtrag
was ist mit der Muslimischen, der Buddhistischen, der Hinduistischen, der Klingonischen und den vielen andern?
Ich finde man sollte grundsätzlich jede diesbezügliche Theorie! unterrichten, bis eine bewiesene Wahrheit gefunden ist.

Uthardt's Update hat gesagt…

Höre ich da einen leichten Sarkasmus heraus?

Mich würde interessieren: Wieso wird die Evolutionstheorie meist so gelehrt, als sei sie gesicherte Tatsache?

Normalerweise wird doch eine Theorie neben andere Theorien gestellt, ohne dass dabei irgend jemandem ein Zacken aus der Krone bricht. Man kann vergleichen und die wahrscheinlichste Theorie annehmen. Die Evolutionstheorie wird dagegen häufig mit einem regelrechten Absolutheitsanspruch vertreten. Keine Diskussion zugelassen. Keine Anfragen möglich. Evolution = Wahrheit.

Nun gibt es erst zu nehmende Wissenschaftler, die sagen, dass nicht alle wissenschaftlichen Erkenntnisse auf dem Gebiet mit der Evolutionstheorie erklärt werden können. Was mache ich damit? Lasse ich sie als offene Fragen im Raum stehen?

Was spricht dagegen, wenn man versucht, diese offenen Punkte mit einem anderen Modell zu erklären? Das Schöpfungsmodell würde sich anbieten, weil es die Möglichkeit bietet, mit dem Eingreifen einer außerhalb der Natur stehenden Instanz zu rechnen. Manches lässt sich damit besser erklären.

Bleibt die Frage: Braucht es dafür Glauben? Speziell: christlichen Glauben? Das hatte ich bisher nicht überlegt. Könnte sein. Würde ich als Pastor natürlich auch nicht für schlimm halten. Schließlich ist ja auch unsere Gesellschaft eigentlich auf christlichem Gedankengut gegründet. Aber im Grunde braucht es für die Erwägung einer Schöpfungstheorie lediglich die Befürwortung irgendeiner traszendenten Wirklichkeit. Somit könnte man in Betracht ziehen, dass ein "Schöpfer", "intelligenter Designer" oder ein "höheres Wesen" in die Abläufe dieser Welt einzugreifen vermag. Das halte ich nicht für verwerflich und auch nicht für veraltet.

christoph hat gesagt…

Ja!

Also mir wurden Darwins Ideen als Theorie nahegebracht, sollten Lehrkörper diese als einzige Wahrheit verbreiten, haben wir hier das gleiche Problem wie bei den Verbreitern der Schöpfungstheorie, als einzige Wahrheit.

Womit wir wieder bei den verschiedenen Theorien wären,..... Zitat:

"Der Vatikan hat den Protestanten das Recht abgesprochen, ihre Glaubensgemeinschaft als Kirche zu bezeichnen. Dies ist der Kern eines am Dienstag veröffentlichten Dokuments der Glaubenskongregation, das Papst Benedikt XVI. ausdrücklich gutgeheißen und genehmigt habe.

Wie bereits in dem umstrittenen Schreiben "Dominus Iesus" im Jahr 2000 wird die Einzigartigkeit und der Vorrang der katholischen Kirche bekräftigt.

Zur Begründung heißt es, Protestanten und andere christliche Gemeinschaften, die nicht den Papst anerkennen, könnten sich nicht auf die "apostolische Sukzession“ berufen."

Was ja jetzt nur zwei von mehreren innerhalb einer grösseren Theorie wären.
tbc,....

Bei der Frage des Glaubens gebe ich ihnen uneingeschränkt Recht.
Was aber immer noch nicht die Frage nach der doppelten Belehrung (Religion/Biologie) klärt, und wo hier ein Nutzen liegen soll.

Jedenfalls hat die Christliche Schöpfungslehre, meiner Meinung nach, nichts im Biologieunterricht zu suchen.Es sei denn man versucht den Übergang vom Rippen-OP zur Technik der Befruchtung einer Eizelle zu erklären.

Uthardt's Update hat gesagt…

Doppelte Belehrung mit gleichem Inhalt wäre sicherlich nicht die Lösung. Aber die Überlegung anzustellen, ob sich nicht vieles besser mit einem "intelligenten Designer" erklären ließe, ist ja noch nicht Doppelbelehrung. Vielmehr fördert das vernetztes Denken über Fachgebiete hinweg - etwas, was in Deutland meiner Meinung nach noch immer nicht genug gefördert wird. Doch das ist ein anderes Thema.